Rückblick 2009

Jahres-Rückblick auf das Jahr 2009

Liebe Mitglieder, Freunde und Sponsoren des Vereins,

Wieder ist ein Jahr vergangen, und wir möchten dies zum Anlass nehmen, um allen unseren treuen Helfern, Freunden und Sponsoren zu danken für die finanzielle und tatkräftige Unterstützung unserer Arbeit. Ausserdem blicken wir zurück und möchten sie informieren über die Ereignisse des nun hinter uns liegenden Jahres.

In den ersten Monaten waren wieder etliche Helferinnen und Helfer aus Deutschland in den verschiedenen Bereichen (Schule und Klinik in Changally, Kindergarten in Manjai) unentgeltlich tätig. Leider konnten wir in diesem Jahr keine Ärzte gewinnen.

Grosse Freude bereitet das „neue“ Mehrzweckfahrzeug (Pajero). Nun sind die Fahrten ins Dorf einfacher geworden. Es gibt keine langwierigen Autopannen unterwegs, und der Luxus einer Klimaanlage macht die beschwerliche Reise bei Temperaturen um 40 - 45°C wesentlich angenehmer.

Die Klinik ist mit zwei Krankenpflegern für dortige Verhältnisse gut ausgerüstet. Die beiden Männer leisten ordentliche  Arbeit, und es besteht ein gutes Klima untereinander und zu den Patienten. Ausserdem verfügt die Klinik meist über genügend Medikamente und Verbands-Material. Es kommen viele Menschen aus der ganzen Umgebung, um sich behandeln zu lassen. So wurde z.B. eine Frau, die einen Beinbruch bei einem Autounfall erlitten hatte und in Banjul in einer grossen Klinik operiert worden war, mit vier grossen Wunden nach Changally entlassen. Die ambulante Wundversorgung von den Pflegern führte zur schnellen komplikationsfreien Heilung. Es ist leider so, dass es selbst in den grossen Kliniken häufig sogar an Verbandsmaterial und Schmerzmitteln und der notwendigen Hygiene fehlt und es oftmals zu Infektionen und somit zu verzögerten Wundheilungen kommt.

Die beiden Krankenpfleger nehmen Anregungen der Helfer aus Deutschland (Krankenschwestern, Medizinstudenten ) an und versuchen sie auf ihre Weise sinnvoll umzusetzen. Leider konnte noch immer kein Zahnarzt für zeitweilige Einsätze in der Klinik gewonnen werden.

Die Schule ist auf Grund des akuten Lehrermangels in Gambia schlecht besetzt, und der Unterricht gestaltet sich schwierig. Es gibt für 6 Schulklassen nur 3 Lehrer. Es wurde versucht, einen Lehrer zu finden, der von einer grösseren Spende, die für die Schule bestimmt ist, bezahlt werden soll. Zum Jahresende zeichneten sich gewisse Erfolgsaussichten ab. Wir hoffen, dass es nun bald klappt.

Die Regierung hat  jetzt verboten, Schulkinder zu schlagen. Andere Möglichkeiten der Disziplinierung sind jedoch für die Lehrer zunächst schwer vorstellbar, und auch die Schüler müssen sich an die neue Situation gewöhnen. Gespräche zwischen Brigitte Eickholt, den Schülern und den Lehrern haben stattgefunden, über Möglichkeiten  die Situation zu verbessern.

Die Helfer aus Deutschland sind in der Schule gern gesehen und geben viele gute Anregungen. So haben sie in  einem  Klassenzimmer die Wand mit einer gemeinsam gemalten Gambia Karte geschmückt und eine andere Wand mit dem Alphabet.

Brigitte Eickholt konnte alle schulreifen Kinder aus dem Kindergarten in Manjai  an gute Schulen vor Ort vermitteln. Auch die anfänglichen Engpässe in der Betreuung konnten bald behoben werden, da eine Lehrerin aus England die Arbeit unterstützte und auch weiterhin mitarbeiten will. Neue Kinder aus sehr armen Familien wurden ausgewählt, sodass nun wieder 15 fröhliche, wissbegierige Kinder betreut und auf die Schule vorbereitet werden.
Weitere Sponsoren für die Kinder der Schule und des Kindergartens werden gern gesehen. 

In Gütersloh  gab es neben den üblichen Märkten und Aktionen in Schulen und kirchlichen Gruppen manch ermutigendes Erlebnis. Von einer Spende konnte z.B. ein neuer Anhänger für den Traktor gekauft werden, da der alte zusammen gebrochen war. Mit Hilfe einer anderen Spende konnten wir den grossen Wunsch eines behinderten Kindes aus einem Nachbardorf erfüllen, die Schule besuchen zu können.  Es wurde für ihn ein Esel mit Eselkarren gekauft, um ihn zur Schule fahren zu können.

Auch in Paris wird inzwischen kräftig für unsere Arbeit geworben. Eine engagierte Frau aus Gütersloh, die seit vielen Jahren in Paris lebt, unterstützt die Projekte in Gambia, indem sie in interessierten Kreisen und auf Märkten über unsere Arbeit berichtet und dabei mit grossem Erfolg originelle selbstgefertigte  Handarbeiten verkauft. Besuche bei Brigitte in Manjai hatten sie von der Wichtigkeit der Projekte überzeugt.

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Zum Schluss unseres Berichtes müssen wir eine traurige Nachricht weitergeben:

Kalifa Jawla ist gestorben.

Brigitte Eickholt und ihr Ehemann Kalifa Jawla waren mit ihren beiden Adoptivkindern in den Sommermonaten in Gütersloh und arbeiteten hier für ihren weiteren Lebensunterhalt. Kalifa flog Ende September zurück, um Vorbereitungen in Manjai zu treffen.
Brigitte hatte noch Formalitäten bezüglich der Adoption abzuwickeln.
Mitte Oktober erhielt sie dann die traurige Nachricht, dass Kalifa plötzlich an Herzversagen gestorben sei.

Unser aller Betroffenheit und Traurigkeit ist gross. Verlieren doch nicht nur Brigitte den Ehepartner und Freund, die Kinder den Vater, die Menschen in Changally und Manjai einen unermüdlichen Helfer. Auch wir verlieren einen verlässlichen Ratgeber und Vermittler zwischen den Menschen in Gambia und uns.

Doch es soll weiter gehen. Brigitte ist wieder in Gambia. Die Situation für sie ist nicht leicht. Doch viele boten an, ihr zur Seite zu stehen und sie zu unterstützen, da die Projekte für die Menschen sehr wichtig sind, besonders der weitere Betrieb der Klinik in Changally.

Auch jetzt boten Gäste aus Deutschland ihre praktische Hilfe an, und es werden neue Wege gefunden und gegangen. Wir schauen vertrauensvoll in die Zukunft.

Im Februar wird Maren Behrendt für drei Wochen nach Gambia fliegen um vor Ort  mit anzupacken. Wir planen, im April zu einem Treffen einzuladen, um neue Informationen  auszutauschen und gemeinsam über Möglichkeiten der Unterstützung von Brigitte nachzudenken.

Wir wünschen Ihnen/Euch ein gutes Jahr 2010 und beenden unseren kleinen Rückblick mit einem Spruch aus Südafrika:

Wende dein Gesicht der Sonne zu dann fallen die Schatten hinter Dich.

Der Vorstand                                                                                    Gütersloh im Januar 2010

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